Adenoviren
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Kategorie B
Erreger
Sie sind sehr umweltresistent und bei Zimmertemperatur u. U. über Wochen infektiös. Adenoviren sind für eine Vielzahl von Krankheitsbildern verantwortlich. In den meisten Fällen handelt es sich um okuläre, respiratorische und gastrointestinale Infektionen. Auch Harnwegsinfektionen, Hepatitiden und Meningoenzephalitiden sind möglich. durch Adenoviren verursachte Krankheitsbilder:
- Keratoconjunctivitis epidemica (Meldepflicht gemäß § 7 (1) IfSG)
- akute respiratorische Erkrankungen
- Pharyngokonjunktivalfieber
- follikuläre Konjunktivitis
- Gastroenteritiden
- Gastroenteritiden mit mesenterialer Lymphadenopathie
- Pneumonien
- Pharyngitis, akut, febril[1]
Vorkommen
Nicht selten kommt es insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen zu örtlich gehäuftem Auftreten bis hin zu Kleinepidemien. Die Meldepflicht gemäß IfSG beschränkt sich auf den Nachweis aus dem Konjunktivalabstrich des Auges, womit die epidemische Keratokonjunktivitis erfasst wird.[1]
Infektionsweg
Die Keratoconjunctivitis epidemica wird überwiegend durch Schmier- (gelegentlich auch Tröpfchen-)infektion übertragen. Wichtige Übertragungsfaktoren sind kontaminierte Hände sowie kontaminierte Gegenstände wie z.B. Handtücher in Gemeinschaftswaschräumen, außerdem in Praxen und Kliniken bei der Betreuung Erkrankter, kontaminierte Instrumente, kontaminierte Tropfpipetten und Augentropfen. Eine Ansteckung kann auch direkt von Mensch zu Mensch durch eine Übertragung von Augensekreten erfolgen. Die follikuläre Konjunktivitis und das Pharyngokonjunktivalfieber können auch durch kontaminiertes Schwimmbadwasser übertragen werden. Es besteht eine allgemeine Empfänglichkeit.[1]
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beträgt 5–12 Tage.[1]
Ansteckungsfähigkeit
Eine Ansteckung ist möglich, solange das Virus in Sekreten nachweisbar ist, in der Regel während der ersten 2 Wochen der Erkrankung[1]
Hygienemaßmahmen
Die Maßnahmen der Standardhygiene fordern, dass vor jeder Untersuchung oder Behandlung am Auge die Hände ordnungsgemäß desinfiziert werden. Bei der gezielten Untersuchung von Patienten mit Verdacht auf bzw. Vorliegen dieser Erkrankung sind Schutzhandschuhe zu tragen. Es ist zu bedenken, dass Adenoviren auf kontaminierten Oberflächen (Pflegehilfsmittel, Türgriffe, Handläufe, Wasserarmaturen etc.) für Tage infektionstüchtig bleiben können. Für Räume, in denen Patienten mit übertragbarer Keratokonjunktivitis behandelt werden, sind deshalb im Hygieneplan Hinweise auf eine geeignete Flächen- und Händedesinfektion erforderlich. Zur Hände- bzw. Flächendesinfektion werden als „viruzid“ gekennzeichnete Mittel empfohlen.[1]
PSA
- Schutzhandschuhe
- Schutzkittel
- ggf MNS FFP1[2]
Desinfektion
- Wäsche als infektiöse Wäsche entsorgen
- bakterizid Routinedesinfektion
- viruzid Routinedesinfektion[2]
Quellen
Kategorie B