Brucellose
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Kategorie A
Erreger
Brucellose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch verschiedene Brucella-Arten verursacht wird. Brucellose ist eine der am weitesten verbreiteten Zoonosen, die von Tieren übertragen wird, und in endemischen Gebieten hat die Brucellose beim Menschen ernste Folgen für die öffentliche Gesundheit. Die Ausweitung der Tierindustrie und die Verstädterung sowie fehlende Hygienemaßnahmen in der Tierhaltung und im Umgang mit Lebensmitteln sind teilweise dafür verantwortlich, dass die Brucellose eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit bleibt. Brucellose kommt weltweit vor und ist in den meisten Ländern eine meldepflichtige Krankheit. Sie betrifft Menschen jeden Alters und beiderlei Geschlechts. In der Allgemeinbevölkerung werden die meisten Fälle durch den Verzehr von Rohmilch oder deren Derivaten wie Frischkäse verursacht. Die meisten dieser Fälle stammen von Schaf- und Ziegenprodukten.
Die Krankheit gilt auch als Berufsrisiko für Menschen, die in der Viehwirtschaft arbeiten. Menschen, die mit Tieren arbeiten und mit Blut, Plazenta, Föten und Gebärmuttersekreten in Kontakt kommen, haben ein erhöhtes Risiko, sich mit der Krankheit anzustecken. Diese Art der Übertragung betrifft vor allem Landwirte, Metzger, Jäger, Tierärzte und Laborpersonal.
Weltweit ist Brucella melitensis die am weitesten verbreitete Spezies, die Brucellose beim Menschen verursacht, was zum Teil auf die Schwierigkeiten zurückzuführen ist, freilaufende Ziegen und Schafe zu immunisieren.[1]
Vorkommen
Die Krankheit ist bei Haus- und Nutztieren mit größeren regionalen Unterschieden weltweit verbreitet; der Mensch ist durch infizierte Nutztiere gefährdet. Endemiegebiete sind der Mittelmeerraum, die Arabische Halbinsel, Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika. In den letzten Jahren wurden 24-37 Fälle pro Jahr registriert. Unter den Angaben zum möglichen Infektionsland wurde am häufigsten die Türkei angegeben.[2]
Infektionsweg
Erkrankungen bei Menschen gehen in der Regel auf den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder direkten Kontakt zu infizierten Tieren zurück. Wichtigste Infektionsquellen für den Menschen sind kontaminierte, nicht pasteurisierte Milch bzw. aus ihr hergestellte Produkte. Die Aufnahme des Erregers in den Körper kann aber außer über den Magen-Darm-Trakt auch auf mehreren anderen Wegen erfolgen, so über die Konjunktiven, die Atemwege und die verletzte Haut. Die Brucellose ist eine der häufigsten durch Bakterien verursachten im Labor erworbenen Infektionen.[2]
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein und reicht von 1 Woche bis zu 2 Monaten, in der Regel jedoch 2-4 Wochen.[1]
Ansteckungsfähigkeit
Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten und wurde bisher fast ausschließlich durch Stillen beschrieben. Nur in Einzelfällen kam es durch Knochenmarktransplantationen, Bluttransfusionen sowie Geschlechtsverkehr zur Übertragung.[2]
Symptome
Die Brucellosen sind zyklische Allgemeininfektionen. Die Manifestationen der Erkrankung sind ausgesprochen vielfältig und variabel. Folgende Hauptformen lassen sich unterscheiden:
Subklinisch verlaufende Brucellose
Bis zu 90% aller Infektionen verlaufen subklinisch. Sie lassen sich nur über den Nachweis spezifischer Antikörper beim Patienten erkennen und sind Ausdruck effektiver humoraler und zellulärer Abwehrreaktionen des Wirtsorganismus.
Akute bis subakute Brucellose
Der Beginn ist entweder schleichend (meist bei B. abortus) oder plötzlich (häufiger bei B. melitensis) mit
- Fieber
- Übelkeit
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Nachtschweiß
Der Fieberverlauf erstreckt sich über 7-21 Tage und kann von 2- bis 5-tägigen fieberfreien Intervallen unterbrochen sein.
Chronische Brucellose
Bei nicht erkannten oder nicht korrekt behandelten Infektionen sind längere Erkrankungsverläufe möglich und nicht ungewöhnlich. Als chronisch gelten Erkrankungen, deren Verlauf über ein Jahr hinausgeht. Die Erkrankung manifestiert sich mit unspezifischen Allgemeinsymptomen wie
- Leistungsminderung
- Schweißausbrüchen
- und depressiven Episoden
Die Rezidivhäufigkeit ist bei nicht adäquater Antibiotikatherapie sehr hoch.
Lokalisierte Infektion
Chronische Verläufe werden meist durch persistierende Infektionsfoki in Knochen, Leber oder Milz unterhalten. Häufig ist der Befall von Knochen und Gelenken, insbesondere in Form einer
- Sacroiliitis
- Arthritis
- Bursitis
Auch das Auftreten einer
- Meningitis
- Endokarditis
- Epididymo-Orchitis ist möglich.
In seltenen Fällen kommt es zur
- Cholezystitis
- Pankreatitis oder
- Peritonitis
Bei Befall des Knochenmarks resultieren
- Anämie
- Leukopenie
- Thrombopenie
Der Befall der Lunge kann mit Vergrößerung der hilären und paratrachealen Lymphknoten sowie einer interstitiellen Pneumonie einhergehen. Die Letalität ist insgesamt niedrig und beträgt bei unbehandelten Brucellosen 2% oder weniger. Betroffen sind vor allem Patienten mit einer durch B. melitensis verursachten Endokarditis.[2]
Maßmahmen
Eine Übertragung des Erregers der Brucellose von Mensch zu Mensch ist im Wesentlichen nur bei Säuglingen durch die Milch infizierter Mütter beobachtet worden. An Brucellose erkrankte Frauen dürfen daher nicht stillen. Ihre Milch darf nur abgekocht verabreicht werden. Auch Blut, Urin, Sperma, Fruchtwasser, Nachgeburt und Lochialsekret erkrankter Personen sind als infektiös zu betrachten. Eine Isolierung ist jedoch bei Beachtung der Standardhygienemaßnahmen nicht erforderlich[3]. Für Kontaktpersonen sind spezifische Maßnahmen nicht erforderlich.[2]
PSA
- Händehygiene
- Schutzhandschuhe[2]
Desinfektion
Quellen
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