Cholera
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Kategorie B
Erreger
Cholera wird durch das Bakterium Vibrio cholerae verursacht, das hauptsächlich über verunreinigte Nahrung oder verunreinigtes Wasser übertragen wird. Die schwere Durchfallerkrankung kann unbehandelt wegen des ausgeprägten Flüssigkeitsverlusts schnell lebensbedrohlich werden.[1]
Vorkommen
Infektionswege
Die Ansteckung erfolgt meist über verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel, die mit den Darmausscheidungen eines an Cholera Erkrankten oder eines Bakterienausscheiders in Kontakt gekommen sind. Ansteckungen von Mensch zu Mensch sind selten, können bei direktem Kontakt mit Erkrankten oder ihren Ausscheidungen jedoch nicht ausgeschlossen werden. Für die Cholerainfektion ist eine relativ hohe Keimzahl (ca. 1 Mio. Vibrionen) erforderlich. Die Erkrankung kann daher nicht so leicht übertragen werden wie z.B. die Bakterienruhr oder Typhus.[3]
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beträgt etwa 3-6 Tage
klinische Symptomatik
Bei einer Cholera-Infektion kommt es zu Brechdurchfall mit Bauchschmerzen. Die voluminösen, häufig unkontrollierbar abgehenden Stühle sind durch Schleimbeimengungen "reiswasserfarben" und geruchlos. Innerhalb von Stunden kann es zu einem massiven Flüssigkeits- und Salzverlust des Körpers kommen. Wird die Flüssigkeit nicht zeitnah ersetzt, kann die Erkrankung durch die schwere Dehydrierung und den folgenden Schock zum Tod führen. Wenn sich viele Menschen an einer kontaminierten Wasserquelle infizieren, ist dies oft der Beginn eines größeren Cholera-Ausbruchs oder Epidemie. Allerdings erkrankt auch in einer Epidemie nur ein kleiner Teil der Menschen, die sich mit Cholera infizieren. Von diesen erleben die meisten einen vergleichsweise milden Verlauf mit Erbrechen und Durchfall. Wenn das Immunsystem jedoch bereits zuvor geschwächt war, z.B. durch Mangelernährung, kommt es eher zu schweren Verläufen. Der gut genährte Mitteleuropäer hat daher per se ein geringes Erkrankungsrisiko.[3]
Ansteckungsfähigkeit
Die Erkrankten sind meistens über zwei bis drei Wochen, in Extremfällen bis sieben Wochen ansteckend. Der Nachweis einer Cholera-Erkrankung erfolgt durch mikroskopischen Nachweis der Erreger im Stuhl.
Maßmahmen
Cholera ist eine Krankheit mangelnder Trinkwasser-, Lebensmittel- und Handhygiene. Falls es nicht zu engem Kontakt mit Erkrankten (z.B. in Krankenhäusern oder Flüchtlingslagern) kommt, ist das Risiko extrem gering auf einer Reise oder bei einem Langzeitaufenthalt an Cholera zu erkranken. Strikte Einhaltung der Lebensmittel-, Trinkwasser- und Körperhygiene sind die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen. Daher sollten die im Folgenden genannten Hinweise konsequent befolgt werden:
- kein unbehandeltes Wasser trinken
- Eiswürfel nur verwenden, wenn sie sicher mit sauberem Wasser hergestellt wurden
- Vorsicht mit gedüngten Salaten oder Rohkost aus Regionen, in denen Cholera vorkommt
- Obst und Gemüse nur geschält und/oder gekocht essen
- Vorsicht bei ungenügend erhitzten Meeresfrüchten (Muscheln, Krabben etc.)
- keine rohen Meeresfrüchte essen
- ungekochte Nahrungsmittel wie z. B. rohe Milch und Molkereiprodukte (Eiscreme etc.) meiden
- grundsätzlich nur gekochtes und gebratenes Fleisch und Fisch genießen
- auf Küchenhygiene (auch des Personals) und persönliche Hygiene, insbesondere der Hände achten
- öffentliche Schwimmbäder und das Baden in Lagunen vermeiden, da bei Cholera-Epidemien Gewässer häufig Cholera-Bakterien enthalten, welche durch Verschlucken von Wasser beim Schwimmen aufgenommen werden[3]
In Deutschland gibt es derzeit einen zugelassenen Cholera-Impfstoff (Dukoral). Hierbei handelt es sich um eine Schluckimpfung mit abgetöteten Cholera-Erregern. Die Grundimmunisierung gegen Cholera besteht bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren aus 2 Impfstoffdosen, die im Abstand von mindestens 1 bis maximal 6 Wochen verabreicht werden. Kinder von 2 bis unter 6 Jahren sollten 3 Dosen erhalten. Die Impfung sollte spätestens 1 Woche vor der Einreise in ein Endemiegebiet abgeschlossen sein.[4] Die Schutzwirkung tritt jedoch nur bei ca. 50% der Geimpften ein und hält nur etwa ein halbes Jahr lang an. Auch eine durchstandene Cholera hinterlässt nur eine zeitlich begrenzte Immunität, wodurch Mehrfacherkrankungen in Epidemiegebieten keine Seltenheit darstellen.
PSA
- Schutzhandschuhe
- Schutzkittel[5]
Desinfektion
- bakterizid
- Schlussdesinfektion[5]
Quellen
Kategorie B
zuletzt bearbeitet von Falte am 21.04.2021
