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Ebola Fieber

Aus NotSan-BRB Wiki

Kategorie C2

Die Leitstelle ist über den Verdacht oder das Vorliegen einer Infektionskrankheit der Kategorie C2 zu informieren. Die weiteren Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit Gesundheitsamt, Notarzt und dem zuständigen STAKOB-Zentrum getroffen. Direkter Kontakt mit dem Patienten ist ohne spezielle Schutzausrüstung zu vermeiden. Für derartige Transporte steht der RTW-I des Landes, derzeit auf der Rettungswache am BER stationiert, zur Verfügung. Es gelten die höchsten Schutzmaßnahmen, d.h. bei Verdacht oder Nachweis einer hochkontagiösen Infektionskrankheit, die den Einsatz des Spezialrettungstransportwagens RTW-I des Landes Brandenburg erfordert, ist das Vorgehen nach dem aktuell gültigen Handlungsschema des Landes Brandenburg zu berücksichtigen.

Erreger

Ebola ist eine seltene und lebens­bedrohliche Infektions­krankheit. Sie gehört zu den viralen hämorrha­gischen Fieber­erkran­kungen und wird durch das Ebola­virus verursacht. In der Fach­literatur gängige Bezeichnungen für Ebola sind Ebola Virus Disease (EVD) und Ebola­fieber.[1] Das Ebola-Virus verursacht eine akute, schwere Krankheit, die unbehandelt oft tödlich verläuft. EVD trat erstmals 1976 bei zwei gleichzeitigen Ausbrüchen auf, einer im heutigen Nzara, Südsudan, und der andere in Yambuku, DRC. Letzterer ereignete sich in einem Dorf in der Nähe des Ebola-Flusses, von dem die Krankheit ihren Namen hat. Der Ausbruch 2014-2016 in Westafrika war der größte Ebola-Ausbruch seit der ersten Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Der Ausbruch begann in Guinea und wanderte dann über die Landgrenzen nach Sierra Leone und Liberia. Die Virusfamilie Filoviridae umfasst drei Gattungen: Cuevavirus, Marburgvirus und Ebolavirus. Innerhalb der Gattung Ebolavirus sind sechs Arten identifiziert worden: Zaire, Bundibugyo, Sudan, Taï Forest, Reston und Bombali.[2]


Vorkommen

Ebolafieber ist bisher ausschließlich in Afrika südlich der Sahara aufgetreten. Seit 1976 – als das Ebolavirus in Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, entdeckt wurde – sind Ausbrüche in Zentralafrika registriert worden, darunter wiederholt in der Demokratischen Republik Kongo, in Gabun, der Republik Kongo, im heutigen Südsudan und in Uganda. Der Ausbruch 2014/2015 dagegen betraf insbesondere die westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia. Davon ausgehend wurden auch Erkrankungen u.a. in Mali und Nigeria verzeichnet. Während der Ebolafieber-Epidemie in Westafrika wurden auch einzelne Fälle in die USA und nach Europa "importiert". Man nimmt an, dass Flughunde oder Fledermäuse das Reservoir für das Ebolavirus bilden. Allerdings ist diese Frage noch nicht abschließend geklärt. Für den Ausbruch 2014/2015 in Westafrika gibt es Hinweise, dass die Fledermaus-Art Mops condylurus eine mögliche Wildtier-Quelle für das Ebolavirus ist. Ein Wissenschaftlerteam unter Federführung des Robert Koch-Instituts konnte die Erbsubstanz der Mops condylurus im Umfeld des Indexfalls, also des wahrscheinlich ersten dort an Ebolafieber Erkrankten, nachweisen.[1]


Infektionsweg

Es wird angenommen, dass Flughunde aus der Familie der Pteropodidae natürliche Ebola-Virus-Wirte sind. Ebola wird durch engen Kontakt mit Blut, Sekreten, Organen oder anderen Körperflüssigkeiten von infizierten Tieren wie Flughunden, Schimpansen, Gorillas, Affen, Waldantilopen oder Stachelschweinen, die krank oder tot im Regenwald gefunden werden, in die menschliche Bevölkerung eingeschleppt. Ebola verbreitet sich dann durch die Übertragung von Mensch zu Mensch über direkten Kontakt (durch verletzte Haut oder Schleimhäute) mit:

  • Blut oder Körperflüssigkeiten einer Person, die an Ebola erkrankt oder daran gestorben ist
  • Gegenständen, die mit Körperflüssigkeiten (wie Blut, Fäkalien, Erbrochenem) einer an Ebola erkrankten oder an Ebola verstorbenen Person kontaminiert wurden
  • Mitarbeiter des Gesundheitswesens haben sich häufig bei der Behandlung von Patienten mit vermuteter oder bestätigter EVD infiziert.

Dies geschieht durch engen Kontakt mit Patienten, wenn die Vorsichtsmaßnahmen zur Infektionskontrolle nicht strikt eingehalten werden. Beerdigungszeremonien, die einen direkten Kontakt mit dem Körper des Verstorbenen beinhalten, können ebenfalls zur Übertragung von Ebola beitragen. Menschen bleiben so lange infektiös, wie ihr Blut das Virus enthält. Schwangere Frauen, die akut an Ebola erkranken und sich von der Krankheit erholen, können das Virus immer noch in der Muttermilch oder in schwangerschaftsbedingten Flüssigkeiten und Geweben tragen. Dies stellt ein Risiko der Übertragung auf das Baby, das sie austragen, und auf andere dar. Frauen, die schwanger werden, nachdem sie die Ebola-Krankheit überstanden haben, sind nicht gefährdet, das Virus zu übertragen. Wenn eine stillende Frau, die sich von Ebola erholt, weiter stillen möchte, sollte sie dabei unterstützt werden. Ihre Muttermilch muss auf Ebola getestet werden, bevor sie damit beginnen kann.[2]


Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 21 Tage. Eine mit Ebola infizierte Person kann die Krankheit nicht weitergeben, bis sie Symptome entwickelt. .[2]


klinische Symptomatik

Die Symptome von EVD können plötzlich auftreten und umfassen:

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Halsweh

Darauf folgt:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Ausschlag
  • Symptome einer eingeschränkten Nieren- und Leberfunktion
  • in einigen Fällen sowohl innere als auch äußere Blutungen (z. B. Nässen aus dem Zahnfleisch oder Blut im Stuhl)

Zu den Laborbefunden gehören eine niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen und Blutplättchen sowie erhöhte Leberenzyme.[2]


Stadien des Ebolafiebers

  1. Grippeähnliche Allgemeinsymptome (1.–4. Tag)
  2. Gastrointestinale Symptomatik
  3. Rekonvaleszenz oder schwerer Krankheitsverlauf (ca. ≥8. Tag)[3]

Ansteckungsfähigkeit

Einige Tage nach Abklingen der Symptome gelten Patienten als nicht mehr ansteckend. Übertragungen durch Sperma beim Geschlechtsverkehr sind noch mehrere Monate lang möglich (aktuell späteste bekannte Übertragung über 500 Tagen nach Beginn der akuten Erkrankung). Die Betroffenen müssen darüber aufgeklärt und zu erforderlichen Präventionsmaßnahmen beraten werden. Es gibt Belege, dass nach Genesung auch im Fruchtwasser, in der Muttermilch, im Kammerwasser des Auges und im Liquor Ebolaviren wochen- oder gar monatelang überdauern können. Die Präsenz im Auge und im Liquor spielen aber für die mögliche Weitergabe der Infektion keine Rolle.[1]

Maßnahmen

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Ebolavirus ist das zuständige Gesundheitsamt zu informieren (nachts und am Wochenende ggf. über Rettungsleitstelle). Darüber hinaus sollte eine Kontaktaufnahme mit dem zuständigen STAKOB-Zentrum erfolgen. Meist können Verdachtsfälle bereits im Telefonat mit einem STAKOB-Zentrum oder dem Gesundheitsamt ausgeschlossen werden. Der Patient bleibt vorerst vor Ort, z.B. zu Hause, wenn es der Zustand erlaubt, oder auf der Krankenhausstation in Isolation. Bis eine Klärung des Verdachtes erfolgen konnte, sollte keine Einweisung in eine Rettungsstelle erfolgen; Transporte sollten, wenn möglich, vermieden werden.

Wenn bei einem Flugreisenden während des Fluges Ebolafieber-typische Symptome auftreten, muss der Pilot dies gemäß dem Gesetz zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-DG) der Flugverkehrskontrollstelle melden; diese informiert den Zielflughafen und das Gesundheitsamt. Das zuständige Gesundheitsamt kann anordnen, dass das Flugzeug einen gemäß IGV-DG benannten Flughafen ansteuern muss, der für infektiologische Gefahrenlagen besonders vorbereitet ist (ehem. "Sanitätsflughafen"). Dort würde der Patient isoliert und von einem Arzt des zuständigen Gesundheitsamts befragt werden. Bei Erhärtung des Verdachts auf Ebolafieber würde der Reisende zur Diagnostik und Behandlung in eine Sonderisolierstation gebracht. Gleichzeitig würden Personen, die in engem Kontakt mit solchen Patienten waren (Sitznachbarn und Personen, die den Patienten direkt betreut haben), vom Gesundheitsamt registriert und über das weitere Vorgehen aufgeklärt werden (insbesondere Selbstbeobachtung auf Krankheitssymptome innerhalb der nächsten 21 Tage).

Ein begründeter Verdacht auf eine Ebolafieber-Erkrankung liegt nur bei Personen vor, die in den letzten 21 Tagen aus Gebieten mit Ebolafieber-Erkrankungen eingereist sind, mindestens Fieber oder erhöhte Temperatur mit Ebolafieber-typischen Begleitsymptomen haben UND vor Ort Kontakt zu Ebolafieber-Erkrankten oder -Verstorbenen, mit deren Körperflüssigkeiten oder mit kranken Wildtieren gehabt haben.[1]

Ein Transport von Patienten mit Ebola Verdacht muss in Brandenburg, über die Leitstelle mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden und erfolgt ausschließlich im RTW-I des Landes Brandenburg in ein STAKOB-Zentrum.

Quelle

Kategorie C2

Die Leitstelle ist über den Verdacht oder das Vorliegen einer Infektionskrankheit der Kategorie C2 zu informieren. Die weiteren Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit Gesundheitsamt, Notarzt und dem zuständigen STAKOB-Zentrum getroffen. Direkter Kontakt mit dem Patienten ist ohne spezielle Schutzausrüstung zu vermeiden. Für derartige Transporte steht der RTW-I des Landes, derzeit auf der Rettungswache am BER stationiert, zur Verfügung. Es gelten die höchsten Schutzmaßnahmen, d.h. bei Verdacht oder Nachweis einer hochkontagiösen Infektionskrankheit, die den Einsatz des Spezialrettungstransportwagens RTW-I des Landes Brandenburg erfordert, ist das Vorgehen nach dem aktuell gültigen Handlungsschema des Landes Brandenburg zu berücksichtigen.

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