Erweiterte Standardhygiene
Aus NotSan-BRB Wiki
Kategorie B
Patienten, bei denen die Diagnose gesichert ist oder der begründete Verdacht besteht, dass sie an einer übertragbaren Infektionskrankheit leiden, wie z.B. offene Lungentuberkulose, humane Influenza, Meningokokkenmeningitis, Masern. Dazu gehören auch und insbesondere Träger von multiresistenten Erregern, wie beispielsweise MRSA, 3-/4-MRGN und VRE, bei denen mit Tröpfcheninfektion oder infektiösen Aerosolen bei unkontrolliertem Sekretabgang, wie beispielsweise Husten, gerechnet werden muss.
Hygienische Händedesinfektion
- vor und nach jedem Patientenkontakt
- vor aseptischen Tätigkeiten
- nach jedem Kontakt mit potentiell infektiösem Material (sämtliche Körpersekrete)
- das alleinige Tragen von Handschuhen ist nicht ausreichend
Mund-Nasen-Schutz
- Bei Gefahr einer Exposition gegenüber einem infektiösen Aerosol oder einer Tröpfcheninfektion ist eine FFP-3-Maske oder bei Nicht-Verfügbarkeit eine FFP2-Maske zu tragen. Dem Patienten ist bei vorausgesetzter Compliance ebenfalls eine partikelfilternde Maske (ohne Ausatemventil) anzulegen.
Schutzbrille
- bei Gefahr durch infektiöses Aerosol oder einer Tröpfcheninfektion ist das Tragen einer Schutzbrille mit seitlichem Spritzschutz erforderlich.
Schutzkleidung
- das Rettungsdienstpersonal trägt Schutzkittel (kein Overall) bei allen Tätigkeiten mit direktem Patientenkontakt (z.B. Abholung, Behandlungs-/Versorgungsmaßnahmen, Übergabe in der Zieleinrichtung)
- das Rettungsdienstpersonal am Patienten behält den Schutzkittel bis zur Übergabe an
- das Tragen von kontaminierter Schutzkleidung in der Fahrerkabine ist zu unterlassen
Handschuhe
- Handschuhe sind selbstverständlich immer und ausnahmslos zu tragen
Flächendesinfektion
- bei direkter Kontamination während des Transportes mit potentiell infektiösem Material ist eine sofortige, wischdesinfizierende Reinigung erforderlich (z.B. mit desinfektionsmittelgetränkten Einmaltüchern)
- bei potentieller Erregerausbreitung über Aerosole oder Tröpfcheninfektion:
- nach Übergabe des Patienten ist das Fahrzeug gemäß den Vorgaben des RKI einer Schlussdesinfektion zu unterziehen. Die Auswahl, Konzentration und Einwirkzeit des verwendeten Desinfektionsmittels ist unbedingt einzuhalten
- sämtliche benetzte Flächen dürfen während der Einwirkzeit nicht betreten werden
- bei Erregerausbreitung über Kontakt – oder Schmierinfektion:
- Desinfektion des patientennahen Umfelds mit einem nach RKI gelisteten Desinfektionsmittel
- die Auswahl, Konzentration und Einwirkzeit ist unbedingt zu beachten
- sämtliche benetzte Flächen dürfen während der Einwirkzeit nicht betreten werden
- Sonderfall multiresistente Erreger
- bei Patienten, die nur mit multiresistenten Erregern besiedelt sind, ist eine anschließende Schlussdesinfektion mit einem nach VAH zertifizierten Desinfektionsmittel erforderlich
- Die Auswahl, Konzentration und Einwirkzeit ist unbedingt zu beachten
- sämtliche benetzte Flächen dürfen während der Einwirkzeit nicht betreten werden
Dienstkleidung
- die Dienstkleidung ist nach Abschluss aller Desinfektionsmaßnahmen farblich getrennt sortiert in gesonderte Infektionssäcke (flüssigkeitsdichte Säcke mit der Aufschrift „Infektionswäsche“ oder vergleichbar) zu werfen und gut zu verschließen
Persönliche Hygiene
- nach Abschluss aller Desinfektionsmaßnahmen ist eine hygienische Dusche durchzuführen