Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
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Kategorie A
Erreger
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch ein Virus des Genus Flavivirus in der Familie der Flaviviridae verursacht, der weitere humanpathogene Viren wie das Dengue-, das Gelbfieber- sowie das West-Nil-Virus angehören. In Deutschland kommt der zentraleuropäische Subtyp vor, der vor allem durch die Zecke Ixodes (I.) ricinus übertragen wird. Zecken halten sich bevorzugt in Wäldern in nicht zu trockenen Lagen in hohem Gras und Gebüsch sowie in losem Laub auf. Damit sich der Erreger vermehren kann, ist eine Mindesttemperatur von etwa 5 °C erforderlich. Durch einen Zeckenstich gelangen die Viren in die Blutbahn des Menschen und können dort die Krankheit auslösen. In den FSME-Verbreitungsgebieten Deutschlands sind ca. 0,1-5% der Zecken mit dem Virus infiziert. Eine höhere Durchseuchung wurde gelegentlich bei Zecken bestimmt, die bereits am Menschen Blut gesogen hatten. Die o.g. Zecken können auch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen, das zur Lyme-Borreliose führen kann. Hierbei handelt es sich um eine andere Krankheit, die wesentlich häufiger als die FSME auftritt (10-35% der Zecken können mit Borrelien befallen sein). Während die FSME in Deutschland nur in bestimmten Regionen auftritt, ist bei der Borreliose von einer Infektionsgefährdung in allen Teilen Deutschlands auszugehen.[1]
Vorkommen
Zecken, die das FSME-Virus übertragen, kommen in vielen europäischen Ländern, in Russland und in Asien vor. Das RKI veröffentlicht auf der Basis dokumentierter FSME-Erkrankungsfälle jährlich Karten zu FSME-Risikogebieten in Deutschland. Eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland finden Sie hier FSME tritt in Abhängigkeit von der Aktivität der virustragenden Zecken bevorzugt im Frühjahr und Sommer auf, häufig jedoch auch im Herbst. Bei warmer Witterung können Infektionen vereinzelt auch im Winter auftreten.[1]
Infektionsweg
Die Übertragung erfolgt durch Zeckenstich, sehr selten durch virusinfizierte Rohmilch von Ziegen und Schafen, in Ausnahmefällen auch von Kühen. Eine Infektion von Mensch zu Mensch gibt es nicht. [1]
Inkubationszeit
Gewöhnlich 7-14 Tage, in Einzelfällen bis zu 28 Tage.[1]
klinische Symptomatik
Nach einem Zeckenstich muss differentialdiagnostisch insbesondere an eine Lyme-Borreliose gedacht werden. Ansonsten können die Symptome einer FSME auch an andere bakterielle (z.B. durch Meningokokken) oder virale (z.B. durch Meningitis-/ Enzephalitis-Viren) Infektionen erinnern, die gesondert abgeklärt werden müssen.[1]
Ansteckungsfähigkeit
Erkrankte sind nicht ansteckend.[1]
Maßmahmen
Ein wichtiger Grundsatz der Prävention der FSME und auch der Borreliose ist, Zeckenstiche nach Möglichkeit zu vermeiden. Bei Wanderungen, die durch Strauchwerk oder hohes Gras führen, z.B. beim Beerensuchen usw. reduziert Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt (z.B. lange Hosen, langärmelige Hemden und festes Schuhwerk), das Risiko eines Zeckenbefalls. Repellents wirken in gewissem Umfang auch gegen Zecken; nach etwa zwei Stunden lässt ihre Wirkung allerdings nach.
Nach naturnahem Aufenthalt in zeckengefährdeten Gebieten wird ein sorgfältiges Absuchen des Körpers nach Zecken empfohlen. Insbesondere bei Kindern können die Zecken am Haaransatz sitzen. Bei Zeckenbefall muss die Zecke umgehend entfernt werden. Dabei sollten möglichst alle Teile der Zecke entfernt werden, um eine Entzündung zu vermeiden. Hierzu greift man die Zecke mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche, also an ihren Mundwerkzeugen (niemals am vollgesogenen Körper!) und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Die Zecke sollte dabei möglichst nicht gedreht werden, und auf keinen Fall darf sie vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Dies würde das Tier unnötig reizen und könnte dazu führen, dass es seinen Speichel und somit mögliche Infektionserreger abgibt. Nach Entfernung der Zecke ist eine sorgfältige Desinfektion der Wunde erforderlich. Bei Bedarf sollte eine Tetanus-Impfung verabreicht werden. Für Haustiere bietet ein Zeckenhalsband einen zeitlich begrenzten Schutz. Auch andere Zeckenschutzmittel stehen für Haustiere zur Verfügung. Die aktive Immunisierung stellt einen wirksamen Schutz für potenziell gefährdete Einwohner und Besucher von Risikogebieten dar.
Dem Gesundheitsamt wird gemäß § 7 Abs. 1 IfSG der direkte oder indirekte Nachweis von FSME-Virus, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet. Die Meldungen müssen dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis vorliegen.[1]
PSA
- Schutzhandschuhe[2]
Desinfektion
Quellen
Kategorie A