Händehygiene
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Händehygiene
Die Händehygiene gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zur Verhütung von Infektionen. Den Händen wird in der Übertragung von Infektionskrankheiten ein großer Stellenwert zugeschrieben, deshalb ist eine gründliche Händehygiene im Arbeitsalltag außerordentlich wichtig. Nicht nur zum Schutz der Patienten, sondern auch zum Eigenschutz und nicht zuletzt der eigenen Angehörigen. Die Anforderungen an
- das Händewaschen
- die Händepflege
- das Tragen von Schutzhandschuhen
- Händedesinmfektion(auch nach Ablegen benutzter Einmalschutzhandschuhe)
- die Ausstattung der Handwaschplätze
sind im Hygieneplan auf der Grundlage der Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO)[1] am RKI zur “Händehygiene”[2] sowie der TRBA 250[3] zu erstellen.
Hände waschen
dient dem Entfernen von Schmutz und Verunreinigungen sowie von Krankheitserregern welche durch Desinfektion nicht bekämpft werden können. Selbstverständlich sollen die Hände nach jedem Toilettengang sowie vor der Einnahme von Mahlzeiten gewaschen werden. Das Waschen der Hände sollte mindestens 20-30 Sekunden andauern.
Händedesinfektion
Womit?
Für die effektive Desinfektion der Hände sollte ein mindestens „begrenzt viruzid“ wirkendes Desinfektionsmittel verwendet werden.
Wann?
- vor Patientenkontakt
- vor einer aseptischen Tätigkeit
- nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material
- nach Patientenkontakt / verlassen des Isolationsbereiches
- nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung
- zu Dienstbeginn und Dienstende
- nach dem Ablegen von Einmalhandschuhen
Wie?
Vor der Desinfektion müssen die Hände sauber und trocken sein. Notwendig ist auch eine ausreichend große Menge Desinfektionsmittel. (Mindestens 2 Pumpstöße bzw. ca. 3-5 ml, Hände müssen während der gesamten Desinfektion vollständig feucht gehalten werden)
- Desinfektionsmittel in beiden Händen bis zum Handgelenk verteilen. (5 sec)
- Handflächen ineinander reiben. (5 sec)
- Handoberseite mit der jeweils anderen Hand einreiben, gespreizte Finger (5 sec)
- Hände ineinander verhaken (Außenseite der Finger in gegenüberliegende Handfläche) (5 sec)
- Fingerspitzen in der Handfläche der jeweils anderen Hand reiben (5 sec)
- Daumen umschließen und reiben (5sec)
Die Einwirkzeit sollte 30 Sekunden nicht unterschreiten, ist jedoch von den Empfehlungen des Herstellers abhängig. Bei gehäuftem Waschen der Hände/ gehäufter Händedesinfektion ist auf ausreichend Hautpflege zu achten. Da sonst das austrocknen der Haut provoziert wird und rissige Haut/offene Wunden Eintrittspforten für Keime bilden. Schmuck muss vor Dienstbeginn abgelegt werden, die Nägel sollten kurz gehalten und auf Lackierung verzichtet werden.[4]
Handschuhdesinfektion
Grundsätzlich wird empfohlen, zwischen einzelnen Arbeitsschritten die Hände zu desinfizieren. Wenn die Hände behandschuht sind, so sollte hierbei ein Handschuhwechsel stattfinden. Nach dem Ablegen von Einmalhandschuhen muss grundsätzliche eine Händedesinfektion stattfinden und darauffolgend können neue Einmalhandschuhe erst nach vollständiger Trocknung der Hände angezogen werden. Dies ist ein zeitraubender Prozess. Deshalb kann es in einzelnen Fällen sinnvoll sein, auch die Handschuhe selbst zu desinfizieren, wenn anderweitig der Arbeitsablauf zu sehr gestört wäre. Zum Beispiel, wenn sonst ein häufiger Handschuhwechsel in kurzer Zeit notwendig wäre.
Grundsätzlich müssen Handschuhe eine Chemikalienbeständigkeit nach EN 374[5] aufweisen. Ob eine Desinfektion vorgesehen ist, sollte man im Zweifel der Produktinformation des Herstellers entnehmen. Das RKI empfiehlt jedoch eine maximale Tragedauer bei Handschuhen von insgesamt 30 Minuten und maximal 5 Desinfektionen je Handschuh. Es darf keine sichtbare Perforation, Kontamination mit Blut Sekreten oder Exkreten stattgefunden haben. Auch nach Patientenwaschung ist eine Handschuhdesinfektion nicht zu empfehlen (Mikroperforationen begünstigen durch Flüssigkeitseintritt ein keimfreundliches Klimas im Inneren des Handschuhs)