Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK)
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Erreger
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) wird vorwiegend durch Enteroviren verursacht. Während eines Ausbruchs können verschiedene Virusstämme kozirkulieren. Enteroviren sind kleine, unbehüllte RNA-Viren, die zur Familie der Picornaviridae gehören. Enteroviren sind relativ resistent gegen Umwelteinflüsse und unempfindlich gegen lipidlösliche Mittel (Äther, Chloroform).[1]
Vorkommen
Enteroviren sind ubiquitär vorkommende Erreger mit einer hohen Kontagiosität. Die HFMK ist eine sehr verbreitete Infektionskrankheit, die in den meisten Fällen harmlos verläuft. Sie betrifft vorwiegend Kinder unter 10 Jahren, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Die HFMK wird ganzjährig diagnostiziert, besondere Häufungen treten jedoch im Spätsommer und Herbst auf. Insbesondere im westpazifischen Raum kommt es regelmäßig zu sehr großen HFMK-Ausbruchsgeschehen (u.a. Malaysia, Singapur, China, Japan). Hierbei können Viren zu schweren Verläufen mit Beeinträchtigungen des zentralen Nervensystems oder der Ausbildung eines Lungenödems bis hin zum Tod führen. Da die HFMK in Deutschland nicht bundesweit meldepflichtig ist, liegen keine validen Daten über das Auftreten dieser Krankheit vor. [1]
Infektionsweg
Eine Übertragung der Erreger der HFMK erfolgt von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Nasen- und Rachensekreten, Speichel, Sekreten aus Bläschen) oder Stuhl und durch Kontakt mit viruskontaminierten Oberflächen. Eine Übertragung durch die Hände spielt hier eine wesentliche Rolle. Neben der fäkal-oralen Übertragung kann das Virus in den ersten Tagen nach Infektion wegen der primären Virusvermehrung im Rachenepithel auch durch Tröpfchen übertragen werden.[1]
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit liegt zwischen 3 bis 10 Tagen.[1]
klinische Symptomatik
Die Krankheit beginnt normalerweise mit
- Fieber
- geringem Appetit und
- Halsschmerzen.
1-2 Tage nach Fieberbeginn entwickeln sich in der Regel schmerzhafte Enantheme in der Mundschleimhaut. Sie erscheinen als kleine, rote Flecken, die Bläschen und oftmals Ulcera bilden. Betroffen sind vor allem Zunge, Zahnfleisch und die Mundschleimhaut. Ein nicht-juckender Hautausschlag bildet sich innerhalb von 1-2 Tagen. Dieser zeigt sich durch ebene oder erhöhte rote Flecken, manchmal mit Blasenbildung. Meist sind die Handflächen und Fußsohlen betroffen. Das Exanthem kann jedoch auch am Gesäß, im Genitalbereich, an den Knien oder den Ellenbogen auftreten bzw. sich als stark juckender Ausschlag präsentieren (atypische Verläufe). Die Krankheit verläuft normalerweise mild, und fast alle Patienten erholen sich innerhalb von 5–7 Tagen ohne ärztliche Behandlung. Die Mehrzahl der Infektionen (> 80%) verlaufen asymptomatisch unter Ausbildung von neutralisierenden typspezifischen Antikörpern. Komplikationen wie aseptische Meningitis/Enzephalitis oder polioartige Paresen treten sehr selten auf. Bei atypischen Verläufen kann es zum Verlust von Fingernägeln und Zehennägeln kommen (meist innerhalb von vier Wochen nach Infektion). Da Enteroviren insgesamt sehr verbreitet sind, sind Schwangere besonders während der Sommer- und Herbstmonate diesen regelmäßig ausgesetzt. Die meisten Enterovirusinfektionen während der Schwangerschaft verursachen milde Symptome oder verlaufen asymptomatisch. Schwangere, die um den Geburtstermin herum Symptome einer Enterovirusinfektion aufweisen, können das Virus auf das Neugeborene übertragen. Die meisten Neugeborenen zeigen einen milden Krankheitsverlauf. In sehr seltenen Fällen kann sich eine systemische Infektion etablieren bzw. die Infektion lebenswichtiger Organe (Leber, Herz) zu fulminanten Verläufen führen. Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes ist bei Neugeborenen in den ersten beiden Lebenswochen am höchsten[1]
Ansteckungsfähigkeit
Während der ersten Woche der Krankheit sind infizierte Personen hochkontagiös (insbesondere bei der Ulzeration der Bläschen). Die Viren können auch nach dem Abklingen der Symptome über mehrere Wochen im Stuhl weiter ausgeschieden werden. Daher können die Patienten sehr lange infektiös sein. Des Weiteren ist der Anteil der asymptomatisch infizierten Personen (zumeist Erwachsene) sehr hoch.[1]
Maßmahmen
Das Infektionsrisiko kann durch gute Händehygiene reduziert werden: Regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen mit Seife, besonders nach dem Windeln und nach dem Toilettengang, spielen die entscheidende Rolle. Verschmutzte Oberflächen und Gegenstände (einschließlich Spielzeug und Türgriffe) müssen besonders gründlich nach Maßgabe des Hygieneplans gereinigt werden. Enger Kontakt mit Erkrankten sollte vermieden werden (Küssen, Umarmen, Besteck oder Tassen etc. teilen)..[1]