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Hepatitis A

Aus NotSan-BRB Wiki

Kategorie B

Erreger

Die Hepatitis A (HA), früher auch als Hepatitis infectiosa oder Hepatitis epidemica bezeichnet, wird durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht. Der Erreger wird über den Darm ausgeschieden. Charakteristisch für das HAV sind seine ausgeprägte Umweltstabilität, hohe Thermostabilität und hohe Desinfektionsmittelresistenz.[1]

Vorkommen

Das HAV ist weltweit verbreitet. Die Infektionen treten sporadisch, endemisch oder in Form von Epidemien auf. In Entwicklungsländern machen nahezu alle Menschen die Infektion bereits im Kindes- und Jugendalter durch. In den industriell entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas mit hohem Hygienestandard kam es in den letzten Jahrzehnten zu einem erheblichen Rückgang der Erkrankungshäufigkeit. Dies hat dazu geführt, dass immer mehr Jugendliche und Erwachsene keine Immunität gegen HAV aufweisen und beispielsweise Personen, die in Deutschland aufgewachsen sind, durch Reisen in Länder mit starker HAV-Verbreitung infektionsgefährdet sind. Der Anteil der "Reisehepatitis" lag in den letzten Jahren bei etwa 30-40 % aller in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle. In Deutschland werden die Daten entsprechend der Meldepflicht gemäß IfSG erfasst.[1]

Infektionsweg

Die Übertragung erfolgt fäkal-oral durch Kontakt- oder Schmierinfektion, entweder im Rahmen enger Personenkontakte, z.B. im Kindergarten oder im gemeinsamen Haushalt, oder von Sexualkontakten, vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), sowie durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände. Epidemische Ausbrüche in verschiedenen Ländern wurden meist durch kontaminiertes Trinkwasser, Badewasser oder kontaminierte Lebensmittel, besonders häufig Muscheln oder Austern, sowie mit Fäkalien gedüngtes Gemüse und Salate hervorgerufen. Eine Übertragung durch Blut und Blutprodukte (auch mehrmalig genutzte Spritzenbestecke bei Drogenabhängigen) iwurde beschrieben.[1]

Inkubationszeit

ca. 15-50 Tage (im Allgemeinen 25-30 Tage).[1]

klinische Symptomatik

Der Verlauf einer HAV-Infektion ist vor allem bei Kindern häufig asymptomatisch. Meist treten unspezifische gastrointestinale Symptome sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. Gelegentlich können Temperaturerhöhungen bestehen. Es kann sich die ikterische Phase anschließen, die wenige Tage bis mehrere Wochen dauert. Es besteht eine Lebervergrößerung und bei etwa 25 % der Patienten auch eine Milzvergrößerung. Häufig besteht Hautjucken, gelegentlich können auch flüchtige scarlatiniforme Exantheme auftreten. In der folgenden 2- bis 4-wöchigen Genesungsphase kommt es zur Normalisierung des subjektiven Befindens und der labordiagnostischen Befunde. Unter den übermittelten Fällen der Jahre 2010-2019 betrug der Anteil der als krankheitsbedingt verstorben übermittelten 0,002%. Die Häufigkeit von fulminanten und letalen Verläufen steigt mit zunehmendem Alter an und ist besondere bei Personen mit Vorerkrankungen (z.B. Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C) zu beobachten. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.[1]

Ansteckungsfähigkeit

Die Ansteckungsfähigkeit ist in den 1-2 Wochen vor sowie in den ersten Tagen nach Auftreten des Ikterus oder der Transaminasenerhöhung am höchsten. Die meisten Erkrankten sind wahrscheinlich eine Woche nach Symptombeginn nicht mehr ansteckend. Infizierte Säuglinge können das Virus u. U. über mehrere Wochen im Stuhl ausscheiden[1]

Hygienemaßmahmen

Eine Impf-Indikation für eine Hepatitis A-Impfung besteht in erster Linie für Reisende in Gebiete mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz; dazu gehören neben den meisten tropischen Gebieten bereits der gesamte Mittelmeerraum und Osteuropa. Darüber hinaus wird die Impfung gemäß den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission, STIKO[2], am Robert Koch-Institut für folgenden Personenkreis empfohlen:

  • Indikationsimpfung:
    • Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung (z.B. MSM)
    • Personen mit substitutionspflichtiger Hämophilie
    • Personen in psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Zerebralgeschädigte oder Verhaltensgestörte
    • Personen, die an einer chronischen Leberkrankheit einschließlich chronischer Krankheiten mit Leberbeteiligung leiden und keine HAV-Antikörper besitzen
  • Impfungen aufgrund eines erhöhten beruflichen Risikos, z.B. nach Gefährdungsbeurteilung entsprechend Biostoffverordnung und G 42 sowie aus hygienischer Indikation:
    • HA-gefährdetes Personal* im Gesundheitsdienst, z.B. in der Pädiatrie und Infektionsmedizin
    • HA-gefährdetes Personal in Laboratorien (z.B. Stuhluntersuchungen)
    • Personal* in Kindertagesstätten, Kinderheimen u.ä.
    • Personal* in psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Zerebralgeschädigte oder Verhaltensgestörte
    • Kanalisations- und Klärwerksarbeiter mit direktem Kontakt zu Abwasser[1]

Beim Umgang mit an Hepatitis A Erkrankten und ihren Kontaktpersonen ist zu berücksichtigen, dass der Höhepunkt der Virusausscheidung und damit der Gipfel der Infektiosität in der späten Inkubationsphase, d.h. 1-2 Wochen vor Beginn des Ikterus, liegt.

PSA

  • Schutzhandschuhe
  • Schutzkittel[3]

Desinfektion

Quellen

Kategorie B

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