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Hepatitis E

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Kategorie B

Erreger

Die Hepatitis E wird durch eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus (HEV) verursacht. Es handelt sich um ein einzelsträngiges RNA-Virus aus der Familie Hepeviridae (Genus Orthohepevirus). Eine weitergehende Differenzierung von beim Menschen vorkommenden HEV der Spezies Orthohepevirus A erfolgt in die Genotypen 1 bis 4 und in Subgenotypen.[1]

Vorkommen

Die Hepatitis E und das verursachende Hepatitis-E-Virus kommen weltweit vor, weisen jedoch je nach Region und Genotyp deutliche Unterschiede in Epi­de­mio­lo­gie und Klinik auf. In Deutschland sowie mehreren Ländern Europas und Nord­ameri­kas kommt die durch HEV Genotyp 3 verursachte Hepatitis E endemisch vor. Die Zahl der jährlich gemeldeten Infektionen nimmt in vielen dieser Länder kontinuierlich zu, was jedoch höchst­wahr­scheinlich nicht auf eine tat­säch­li­che Steigerung der Erkrankungs­zahlen beim Menschen zurück­zu­führen ist, sondern auf eine erhöhte Auf­merk­sam­keit der Ärzte­schaft, häufigere Diagnostik und den Einsatz sensitiverer diagnostischer Tests. Die in Deutschland gemäß IfSG ge­mel­de­ten symp­to­ma­ti­schen Infektionen betreffen zu etwa drei Vierteln Personen über 40 Jahren und zu etwa zwei Dritteln Männer. Todesfälle im Zusammen­hang mit Hepatitis E-Infektionen sind in Deutsch­land sehr selten. Die Letalität unter den gemeldeten Fällen liegt deutlich unter 1%. In vielen Ländern Asiens und Afrikas mit unzureichender Trinkwasser- und Lebens­mittel­hygiene kommt das Hepatitis-E-Virus ebenfalls endemisch vor. Die dort vorherrschenden Genotypen 1 und 2 verursachen sporadische Infektionen und Ausbrüche, die in der Regel in Verbindung zu mit menschlichen Fäkalien kontaminiertem Trinkwasser stehen. Vereinzelt werden auch in Deutschland Genotyp-1- und -2-Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert.[1]

Infektionsweg

In den Industrie­ländern inklusive Deutsch­land findet haupt­säch­lich eine zo­o­no­ti­sche Über­tragung über den Ver­zehr von unzureichend gegartem Schweine- bzw. Wild­fleisch und daraus her­ge­stellten Produkten statt. Filtrierende Orga­nismen (z.B. Muscheln) können im Wasser vorkommendes HEV anreichern und so eben­falls als Infektionsquelle dienen. Das Virus kann auch parenteral (z.B. durch konta­mi­nierte Blutprodukte) übertragen werden. Eine Mensch-zu-Mensch-Über­tragung (z.B. unter Haus­halts­an­ge­hö­ri­gen) ist bei reiseassoziierten HEV-1- und -2-Infek­ti­o­nen durch Kontakt­über­tragung (Schmier­infektion) möglich. In Deutsch­land erworbene Infektionen durch HEV-3 scheinen jedoch nur extrem selten direkt von Mensch zu Mensch übertragbar zu sein. Aus­brüche mit diesem Geno­typ wurden bisher lediglich im Zusammen­hang mit dem Verzehr konta­mi­nierter Lebensmittel (z.B. Schweine­fleisch­pro­dukte) beobachtet. In Ländern mit wenig Ressourcen und niedrigem Hygiene­standard wird das Virus (Genotyp 1 und 2) haupt­sächlich durch die Auf­nahme von fäkal verunreinigtem Wasser oder Lebens­mitteln übertragen.[1]

Inkubationszeit

15 - 64 Tage[1]

klinische Symptomatik

Die Infektion mit dem in Deutsch­land vorkommenden Hepatitis-E-Virus (HEV-3) verläuft über­wiegend asymp­tomatisch. Sympto­matische Infektionen verlaufen in der Regel akut, selbst­limitie­rend und häufig ohne Ikterus mit milden gastro­intes­tinalen oder all­ge­meinen Symp­tomen. Prinzi­piell ist jedoch ein breites Spek­trum der klinischen Symp­tomatik zu beobachten, bis hin zu fulmi­nanten Hepatitide. Neben der typischen Symptomatik infektiöser Hepatitiden mit

  • Ikterus
  • Dunkel­färbung des Urins
  • Ent­färbung des Stuhls
  • Fieber
  • Ober­bauch­be­schwerden
  • Müdigkeit
  • Verlust des Appetits

wurden auch atypische Krank­heits­zeichen beschrieben, ins­be­sondere eine Reihe neurologischer Mani­fes­ta­tionen (z.B. Guillain-Barré-Syndrom, periphere Neuralgien, Meningitis, Pseudo­tumor cerebri). Aus Gebieten mit endemischer Ver­breitung des Genotyps 1 wurde bei Schwan­geren, insbesondere im letzten Schwanger­schafts­drittel, ein hoher Anteil fulmi­nanter Hepa­ti­tiden mit Todes­raten von bis zu 30% berichtet. Für die hierzulande über­wiegend auf­tre­te­nden Genotyp-3-Infektionen gibt es bislang keine Hin­weise, dass eine Schwanger­schaft die Prognose der Infektion verschlechtert. Bei immunsupprimierten Personen (z.B. Transplantatempfänger, Patienten mit HIV/AIDS oder während und nach Chemotherapie) kann es zu chronischen Hepa­titis-E-Infektionen kommen. Auch diese verlaufen oft asymp­to­matisch, können aber, wie andere chronische Hepatitiden, zur Leberzirrhose führen. Antikörper können mehrere Jahre nach einer Hepatitis E-Infektion persistieren. Es ist jedoch unklar, ob eine lebens­lange Immunität bestehen bleibt.[1]

Ansteckungsfähigkeit

Die Dauer der Ansteckungs­fähigkeit ist nicht abschließend geklärt. Das Virus kann im Stuhl etwa eine Woche vor bis 4 Wochen nach Beginn des Ikterus nach­ge­wiesen werden. Im Falle von chronischen Infektionen muss davon aus­ge­gan­gen werden, dass das Virus ausgeschieden wird, solange die Infektion besteht.[1]

Maßmahmen

Ein Impfstoff gegen die Hepatitis E (Hecolin) ist in China zugelassen und verfügbar, steht in Europa aber nicht zur Verfügung. Bei Reisen in Gebiete mit endemischer Verbreitung des Genotyps 1 oder 2 sollten die allgemeinen Regeln zur Vermeidung von lebensmittelbedingten Infektionen beachtet werden:

  • nicht abgekochtes Leitungswasser und damit hergestelltes Eis für Getränke nach Möglichkeit meiden,
  • kein Verzehr von rohen oder nicht ausreichend erhitzten Speisen. Es gilt deshalb die alte Regel erfahrener Tropenreisender „Peel it, cook it, or forget it!“ („Schäle es, koche es oder vergiss es!“).

In Deutschland und anderen Ländern mit Vorkommen des Genotyps 3 und 4 sollten Produkte von Schwein und Wild (z.B. Wildschwein, Reh und Hirsch), insbesondere Innereien, nur durchgegart verzehrt werden. Das Durchgaren bzw. Erhitzen auf ≥ 71°C über mindestens 20 Minuten inaktiviert das Virus. Zur Vermeidung von Kreuz­konta­mi­na­tionen sollte auf eine gute Küchen­hygiene geachtet werden.

Im Rahmen einer ambulanten Behandlung ist zur Vermeidung des Risikos einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung auf eine gute persönliche Hygiene hinzuweisen. Diese und die Reinigung der Wäsche in einer handelsüblichen Waschmaschine erscheinen ausreichend, um eine Übertragung zu verhindern.[1]

PSA

  • Schutzhandschuhe
  • Schutzkittel[2]

Desinfektion

Quellen

Kategorie B

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