Influenza (Allgemein)
Aus NotSan-BRB Wiki
Kategorie B
Erreger
Es gibt vier Typen von Influenzaviren: Typ A, B, C und D:
- Influenza-A-Viren infizieren Menschen und viele verschiedene Tiere. Das Auftreten eines neuen und sehr unterschiedlichen Influenza-A-Virus mit der Fähigkeit, Menschen zu infizieren und eine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch zu haben, kann eine Influenza-Pandemie verursachen.
- Influenza-B-Viren zirkulieren unter Menschen und verursachen saisonale Epidemien. Jüngste Daten zeigten, dass auch Robben infiziert werden können.
- Influenza-C-Viren können sowohl Menschen als auch Schweine infizieren, aber Infektionen verlaufen in der Regel mild und werden selten gemeldet.
- Influenza-D-Viren befallen in erster Linie Rinder und sind nicht dafür bekannt, Menschen zu infizieren oder Krankheiten zu verursachen.
Influenza-Viren vom Typ A sind für die öffentliche Gesundheit von größter Bedeutung, da sie eine Influenza-Pandemie auslösen können. Abhängig vom Ursprungswirt können Influenza-A-Viren als Vogelgrippe, Schweineinfluenza oder andere Arten von tierischen Influenzaviren klassifiziert werden. Beispiele hierfür sind das Vogelgrippe-Virus der Subtypen A(H5N1) und A(H9N2) oder das Schweinegrippe-Virus der Subtypen A(H1N1) und A(H3N2). Alle diese tierischen Influenzaviren vom Typ A unterscheiden sich von den menschlichen Influenzaviren und lassen sich nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen.
Wasservögel sind das primäre natürliche Reservoir für die meisten Subtypen von Influenza-A-Viren. Die meisten verursachen asymptomatische oder milde Infektionen bei Vögeln, wobei das Spektrum der Symptome von den Viruseigenschaften abhängt.[1]
Symptome
Infektionen mit Vogel-, Schweine- und anderen zoonotischen Influenzaviren können beim Menschen zu Erkrankungen führen. Die Symptome sind vielfältig und hängen stark vom auslösenden Subtyp ab.
- einer leichten Infektion der oberen Atemwege
- Fieber
- Husten
- schwere Lungenentzündung
- akutes Atemnotsyndrom
- Schock
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Bindehautentzündungen
Krankheitsmerkmale wie die Inkubationszeit, der Schweregrad der Symptome und der klinische Verlauf variieren je nach dem Virus, das die Infektion verursacht, manifestieren sich aber hauptsächlich mit respiratorischen Symptomen.
Bei vielen Patienten, die mit Vogelgrippeviren des Typs A(H5) oder A(H7N9) infiziert sind, hat die Erkrankung einen aggressiven klinischen Verlauf. Häufige Anfangssymptome sind
- hohes Fieber (größer oder gleich 38 °C)
- Husten
- Dyspnoe
- Halsschmerzen
- Schnupfen
- Durchfall
- Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Nasen- oder Zahnfleischbluten
- Enzephalitis
- Schmerzen in der Brust
Zu den Komplikationen der Infektion gehören
- schwere Lungenentzündung
- hypoxämisches respiratorisches Versagen
- Multiorganversagen
- septischer Schock
- sekundäre bakterielle und Pilzinfektionen
Die Sterblichkeitsrate bei Infektionen mit A(H5)- und A(H7N9)-Subtyp-Viren beim Menschen ist wesentlich höher als bei saisonalen Influenza-Infektionen.
Bei Infektionen des Menschen mit aviären Influenza-A(H7N7)- und A(H9N2)-Viren verläuft die Erkrankung typischerweise mild oder subklinisch. In den Niederlanden wurde bisher nur eine tödliche A(H7N7)-Infektion beim Menschen gemeldet. Bei menschlichen Infektionen mit Schweinegrippeviren sind die meisten Fälle mild verlaufen, wobei nur wenige Fälle ins Krankenhaus eingeliefert wurden und nur sehr wenige Berichte über Todesfälle infolge der Infektion vorliegen. [1]
Infektionsweg
Die Übertragung von Influenzaviren erfolgt überwiegend durch Tröpfchen, die insbesondere beim Husten oder Niesen entstehen und über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege von Kontaktpersonen gelangen können. Einzelne Publikationen legen auch die Möglichkeit einer aerogenen Übertragung durch sogenannte Tröpfchenkerne nahe, die kleiner sind (< 5μm), auch beim normalen Atmen oder Sprechen entstehen und länger in der Luft schweben können. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch durch direkten Kontakt der Hände zu Oberflächen, die mit virushaltigen Sekreten kontaminiert sind, und anschließendem Hand-Mund-/Hand-Nasen-Kontakt möglich (z.B. durch Händeschütteln).[2]
Ansteckungsfähigkeit
Die Dauer der Infektiosität wird als Ausscheidung vermehrungsfähiger Viren gemessen. Diese beträgt im Mittel etwa 4 bis 5 Tage ab Auftreten der ersten Symptome. Eine längere Dauer ist aber v.a. bei Kindern möglich. Eine Studie gab eine mittlere Ausscheidungsdauer bei hospitalisierten Patienten, die häufig chronische Vorerkrankungen und einen schwereren Verlauf haben, von 7 Tagen an. Dies legt unter pragmatischen Gesichtspunkten eine Isolierung von Patienten, die sich wegen einer Influenza im Krankenhaus befinden, über einen Zeitraum von 7 Tagen nahe. Eine Ausscheidung vor Symptombeginn ist möglich.[2]
Maßmahmen
Durch das Einhalten von Standardhygienemaßnahmen, wie z.B. Händewaschen, Flächendesinfektion und ein entsprechendes Verhalten, wie - soweit möglich - Abstandhalten zu Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung, kann das Risiko einer Atemwegsinfektion inklusive der Influenza vermindert werden. Die wichtigste kosteneffektive Präventionsmaßnahme gegen eine Influenzaerkrankung stellt die Impfung dar, die jährlich, vor Beginn der Influenzasaison auf der Nordhalbkugel vorzugsweise in den Monaten Oktober und November, durchgeführt werden sollte. Wird dieser Zeitpunkt verpasst oder beginnt eine Grippewelle zu einem unvorhergesehenen Zeitpunkt, wie z.B. im Falle einer pandemischen Welle, sollte eine Impfung so bald wie möglich erfolgen. Bei der Aufklärung über die Impfung sollte auch darauf hingewiesen werden, dass die volle Ausbildung eines Impfschutzes etwa 2 Wochen benötigt und eine Infektion schon vorher erfolgen kann. Nach Untersuchungen in den letzten Jahren liegt die Wirksamkeit des Impfschutzes gegen eine laborbestätigte Influenzaerkrankung zwischen 40% und 60%, wobei die höheren Werte eher in Saisons mit guter Übereinstimmung der Impfstämme mit den zirkulierenden Stämmen erreicht werden. In der älteren Bevölkerung ist die Schutzrate vor Erkrankung durchschnittlich geringer als in jüngeren Altersgruppen.[2]
PSA
- Schutzhandschuhe
- Schutzkittel
- Partikel filtrierende Halbmaske FFP 2 (bei nicht impfpräventabler Influenza)[3]
Desinfektion
- begrenzt viruzid
- Routinedesinfektion[3]
Quellen
Kategorie B