Lyme-Borreliose
Aus NotSan-BRB Wiki
Kategorie A
Erreger
Die Lyme-Borreliose wurde nach dem Ort Lyme (Connecticut, USA) benannt. In dem Ort traten auffällig häufig Erkrankungsfälle mit Gelenkentzündungen nach Zeckenstichen auf. Hautmanifestationen der Lyme-Borreliose wurden in Europa bereits um die vorletzte Jahrhundertwende beschrieben, der Erreger wurde aber 1981 erstmalig genau beschrieben.[1]
Vorkommen
Die Lyme-Borreliose ist in der nördlichen Hemisphäre (Nordamerika, Europa und Asien) verbreitet. Sie ist in Europa die mit Abstand häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Es ist von einer Infektionsgefährdung in allen Teilen Deutschlands auszugehen. Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt kleinräumig sehr stark. Bei Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz wurde nach einem Zeckenstich bei 2,6 bis 5,6% der Betroffenen eine Antikörperbildung gegen Borrelien nachgewiesen. Insgesamt ist bei 0,3 bis 1,4% der Menschen mit Zeckenstichen mit einer klinisch manifesten Erkrankung zu rechnen. Die genaue Häufigkeit der Lyme-Borreliose in Deutschland ist nicht bekannt. Unabhängig von der genauen Anzahl der Neuerkrankungen pro Jahr ist unstrittig, dass es sich bei der Lyme-Borreliose um eine weit verbreitete Krankheit handelt, die ernst zu nehmen ist.
Das Infektionsrisiko ist stark von den Witterungsbedingungen abhängig. Die Schildzeckenart Ixodes ricinus ist ab einer Temperatur von etwa 6°C aktiv. Erkrankungen von Erythema migrans treten gehäuft im Juni und Juli auf, Erkrankungen von Neuroborreliose im Juli und August, während Lyme-Arthritis aufgrund der variablen Inkubationszeit ganzjährig diagnostiziert wird.[1]
Infektionsweg
Die Übertragung erfolgt in Mitteleuropa durch den Stich der Schildzecke. In der nüchternen Zecke befinden sich die Borrelien im Darm. Nach Beginn des Saugaktes wandern die Borrelien in die Speicheldrüsen, von wo sie mit dem Zeckenspeichel auf den Gestochenen übertragen werden. Die Zecke muss daher eine längere Zeit (zumindest mehrere Stunden) gesaugt haben, damit Borrelien übertragen werden können. Eine Übertragung durch blutsaugende Insekten wurde bisher nicht sicher dokumentiert.[1]
Inkubationszeit
Je nach klinischer Symptomatik der Erstmanifestation kann die Inkubationszeit nach dem Zeckenstich stark variieren. Sie reicht, je nach Borrellien-Typ, von wenigen Tagen bis Monate und Jahre.[1]
klinische Symptomatik
Die meisten Infektionen mit B. burgdorferi führen nicht zu Krankheitssymptomen. Falls sich eine Erkrankung entwickelt, können folgende Organsysteme involviert sein:
- Haut (Erythema mirgans, Borrelien-Lymphozytom, Acrodermatitis chronica athrophicans),
- Nervengewebe (frühe und späte Neuroborreliose),
- Gelenke (Lyme-Arthritis)
- Herz (Lyme-Karditis). [1]
Ansteckungsfähigkeit
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.[1]
Hygienemaßmahmen
Da Lyme-Borreliose nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird, sind für Kontaktpersonen keine besonderen Maßnahmen erforderlich.[1]
PSA
- Schutzhandschuhe[2]
Desinfektion
Quellen
Kategorie A